Betreff: [LabourNet Germany] Neu am Montag, 15. August 2005
Von: ralf.pandorf@labournet.de
Datum: Mon, 15 Aug 2005 13:06:44 +0200 (CEST)

(Auszug)

Liebe KollegInnen,

neu im LabourNet Germany am Montag, 15. August 2005

I. Solidarität gefragt!

Solidarität mit der Redaktion von "Anti Atom Aktuell"
http://www.anti-atom-aktuell.de/ Am Donnerstag, den 11.8. wurden die Redaktionsräume der Zeitung anti-atom-aktuell in Tollendorf/Wendland durchsucht und auch hier alle Rechner und Material beschlagnahmt. Vorwand war ein angeblicher Aufruf zu Straftaten auf der Webseite des gerade stattfindenden Prekär-Camps: die Ankündigung der Veranstaltung zu „Yo mango“, was die Staatsanwaltschaft mit „ich klaue“ übersetzte…. Siehe dazu: a) Alles Yomango oder was? Hausdurchsuchung in den Räumen der "Anti Atom Aktuell" wegen Prekär Camp-Website Stellungnahme der Redaktion der "anti-atom aktuell" mit Auszügen aus dem Durchsuchungsbefehl: "Die Beschuldigte steht im Verdacht, öffentlich und durch Verbreiten von Schriften (11 Abs.3) zu einer rechtswidrigen Tat aufgefordert zu haben, indem sie auf der Internetseite zum Prekär Camp eine 'Yomango-Aktion' am 10. August 2005 angekündigte. 'Yomango' steht in der spanischen Umgangssprache für: 'Ich stehle'. Unter der Kategorie 'Plakat und Aufruf' wird für die Teilnahme am Prekär Camp vom 5.-15. August geworben. Unter der Überschrift 'Es gibt was zu tun' wird das vorläufige Veranstaltungsprogramm mitgeteilt, in dem für den 10.August 2005 eine 'Yomango-Aktion' angekündigt wird. Domain-Inhaber der Webseite ist der Beschuldigte. Insoweit besteht der Tatverdacht, dass dieser die Aufforderung auf der Hompage öffentlich verbreitet." http://www.prekaer-camp.org/ b) Demo in Dannenberg: Yo mango - Glück kann man nicht kaufen „Pünktlich um 11.00 Uhr fanden sich heute morgen etwa 80 Leute direkt vor dem Eingang des Amtsgerichtes Dannenberg ein, um gegen die Kriminalisierung des prekär-Camps in Reddebeitz und der Redaktion der Zeitschrift anti-atom-aktuell zu protestieren. Der Ort wurde gewählt, weil er der Dienstsitz vom Amtsrichter Stärk ist, der den unsinnigen Durchungsbefehl gegen zwei Camp-Aktivisten unterschrieben hat….“ Demobericht von s.taerk vom 12.08.2005 bei indymedia mit dem Flugblatttext zur Demo http://de.indymedia.org/2005/08/124918.shtml Aus dem Text: „…In einem Redebeitrag wies die Redakteurin der für die Sozialproteste seit 2003 ausserordentlich prominenten Internet-Plattform labournet Mag Wompel auf das Ziel staatlicher Stellen hin, den InformantInnenschutz für die Arbeit von Protestgruppen hinweg zu fegen. Mag Wompel wusste wovon sie sprach, da ihr Projekt vor kurzem gleichfalls Opfer umfänglicher Beschlagnahmeanordnungen geworden war. Gemeinsam müsse man solidarisch gegen diese staatlichen Eingriffe in die Arbeit protestieren….“ c) Hierzu schreibt das Bochumer Anti-Atom Plenum: "Wie bei der rechts- und grundgesetzwidrige Aktion mit konstruierten Vorwürfen gegen die Redaktion von Labournet wurde auch in diesem Fall versucht, dem Presseorgan einer kritischen außerparlamentarischen Stimme die Arbeitsgrundlage zu entziehen und diese zu kriminalisieren. Das Anti-Atom-Plenum Bochum verurteilt nicht nur beide Aktionen aufs schärfste, sondern vermutet auch, dass die VertreterInnen der BRD-Justiz in vorauseilendem Gehorsam sich selbst gleichschalten, wenn es um Sozialabbau und basisdemokratischen Widerstand geht." – Zitiert bei bo-alternativ unter der Überschrift “Justiz-Willkür“ am 14.8.05. http://www.bo-alternativ.de/ d) Wir rufen auf zu Protesten an: Amtsgericht Dannenberg Thomas Stärk RaAG Amtsberg 2 29445 Dannenberg Fax: 05861/954-333 Staatsanwaltschaft Lüneburg Burmeisterstraße 6 21335 Lüneburg Fax: 04131/202 474 e) Solidaritätsbekundungen bitte an redaktion@anti-atom-aktuell.de f) Wir gehen davon aus, dass unsere SpenderInnen damit einverstanden sind, dass die Redaktion des LabourNet den nach der unserigen Razzia angeschafften Not-Compi an die KollegInnen von anti-atom aktuell stiftet – es sieht leider so aus, als ob Bedarf besteht nach einem rotierenden Aushilfscompi…. II. Über uns > Hausdurchsuchung der Redaktion und des Vorstandes in Bochum am 05.Juli 2005 a) Entwurf einer Beschwerde gegen Beschlagnahmung bei LabourNet von Armin Kammrad vom 13.8.05 Aus der Vorbemerkung: „Trotz massenhafter Proteste hat die Staatsanwaltschaft Bochum letzte Woche sämtliche Unterlagen von Labournet zwecks Auswertung abschließend kopiert. Ich habe mich deshalb entschlossen, nun auch gerichtlich dagegen vorzugehen. Da ich als Mitarbeiter und praktischer Unterstützer von Labournet Mitbetroffener bin, ist dies juristisch möglich. Immerhin ist das Vorgehen der Justiz in Bochum gegen Labournet nicht nur in meinen Augen eindeutig rechtwidrig, sondern es markiert auch eine neue Qualität der Verfolgung unliebsamer oppositioneller Medien in Deutschland. (…) Letzte Woche hatte ich deshalb einen Termin bei meinen Rechtsanwalt. Das endgültige Vorgehen steht im Detail noch nicht fest. Die folgende Begründung, die ich nun hiermit öffentlich mache, stellt gewissermaßen meine persönliche Vorarbeit für eine Beschwerde nach § 304 (2) StPO dar. Selbst für den Fall, dass die endgültige Beschwerdebegründung davon abweicht, stellt meine Begründung, die mir wesentlich erscheinenden Argumente zusammen, um darüber eine öffentliche Debatte zu ermöglichen….“ http://www.labournet.de/ueberuns/beschlagnahme/kammrad.html b) wir danken für viele neue Soli- und Protestschreiben http://www.labournet.de/ueberuns/beschlagnahme/soli.html darunter vom RAV - Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein e. V. und Prof. Dr. Holger Heide, SEARI (Gesellschaft zur Förderung sozialökonomischer Handlungsforschung) c) Pressespiegel 1) Ein Link zur Razzia - Nach einer polizeilichen Durchsuchung will die Internet-Plattform "LabourNet" klagen „Für gewöhnlich beschäftigt sich Mag Wompel mit sozialen Auseinandersetzungen, Betriebskämpfen und gewerkschaftlichen Debatten. Denn sie ist Redakteurin der Internet-Plattform LabourNet Germany, die unter www.labourNet.de laut Eigendarstellung "tagesaktuell über
betriebliche und außerbetriebliche Kämpfe der Lohnempfänger und
Erwerbslosen in Deutschland und dem Rest der Welt informiert"…“ Artikel
von Peter Nowack in der Frankfurter Rundschau vom 12.08.2005
http://www.fr-aktuell.de/ressorts/kultur_und_medien/medien/?cnt=710267 2) LabourNet durchsucht: Haltlose Vorwürfe „Wie in der letzen Ausgabe berichtet hat Anfang Juli die Staatsanwaltschaft die Räume von LabourNet Germany in Bochum durchsucht. LabourNet ist ein seit Jahren beliebter Internet-Treffpunkt für Betriebs-Linke und Aktive aus sozialen Initiativen. Meist tagesaktuell wird über betriebliche und außerbetriebliche Kämpfe der Lohnempfänger und Erwerbslosen in Deutschland und dem Rest der Welt informiert. Wir sprachen mit LabourNet-Redakteurin Mag Wompel über die Hintergründe der staatsanwaltschaftlichen Aktion….“ Artikel in LinX – Sozialistische Zeitung für Kiel Nr . 15 vom 13. August 2005 http://www.sozialismus-jetzt.de/LinX-2005-15/Lnet.html 3) LabourNet durchsucht: Angriff auf Pressefreiheit. Artikel in LinX – Sozialistische Zeitung für Kiel Nr. 14 vom 30. Juli 2005 http://www.sozialismus-jetzt.de/LinX-2005-14/LabourNet.html



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