Drei HAK-Schülerinnen entwarfen offizielle EM-Briefmarke der Post
STEYR. Auch auf Kuverts und Paketen regiert König Fußball. Die Post bringt zur Europameisterschaft 41 Sondermarken heraus. Ein besonders ausgeklügeltes Motiv stammt von der Steyrer Handelsakademie.
Von Hannes Fehringer
Für die Sujets auf den Briefmarken der Post, die offizieller Sponsor der EURO 2008 ist, rauchten die Köpfe der besten Werbefachleute. Zum Nennwert von 5,45 Euro wird beispielsweise die teuerste Briefmarke aller Zeiten herausgegeben: Das in einer Spezialdruckerei in Neuseeland hergestellte Wertzeichen ruft mit einem Kippeffekt Andreas Herzogs Traumtor gegen Schweden vom 6. September 1997 ins Gedächtnis. Auch das Hirnschmalz junger Leute machte sich der Postfuchs bei Schulwettbewerben in den Bundesländern zunutze. In Oberösterreich fand ein Entwurf der drei Steyrer HAK-Schülerinnen Silvia Holemar, Aldijana Guso und Denise Prosegger zwar nicht auf das Podest der Jury, dafür aber schnurstracks in die Briefmarkendruckerei. Die Postverantwortlichen stießen nämlich die Reihung, die Kunstexperten, Galeristen und Museumsdirektoren erstellten, zugunsten des Entwurfes der drei Mädchen um. Für Karl Piaty, der die Projekte begleitete, war die Entscheidung nachvollziehbar: "Die Jury wählte nach künstlerischen Kriterien aus, bevorzugte Handzeichnungen. Uns aber ging es um eine Botschaft", sagt der Professor für Mediendesign. Seine Vorgaben an das Schülerinnen-Team entsprangen den Grundsätzen der Werbung, keine abgegriffenen Klischees zu verwegnden: "Keine Berge, kein Mozart und schon gar kein Fußball durften vorkommen", sagt Piaty.
Das Trio löste die Aufgabe mit einem digital verfremdeten Fußballfeld, einer Kalklinie und dem Slogan "Dein Stück vom Rasen". Die pfiffige Idee, die Lust aufs Briefschreiben machen soll, setzt die Post jetzt in tausendfacher Auflage um.
Mädels entwarfen Briefmarke.