24. Februar 2007 Der insolvente Handy-Hersteller BenQ Mobile wird fast alle Arbeitsplätze seien verloren. Der letzte verbleibende
Bieter ist Ende der Woche abgesprungen. Daher gibt es keine realistische Chance mehr auf einen Gesamtverkauf, sagte eine Sprecherin des Insolvenzverwalters Martin Prager
Prager habe dem Gläubigerausschuss mitgeteilt, dass die Gespräche mit den letzten noch verbliebenen Interessenten zu keinem Ergebnis geführt hätten.
3000 Stellen verloren
Prager wolle BenQ Mobile nun in seinen Einzelteilen verwerten, nachdem er dafür vom Ausschuss bei einer schriftlichen Abstimmung die erforderliche Mehrheit bekommen habe, schreibt die Süddeutsche Zeitung
Aus dem Ausschuss heißt es dem Blatt zufolge dazu, die Zerschlagung und der Ausverkauf stünden unmittelbar bevor. Fast alle einst 3000 Arbeitsplätze in den drei Betriebsstätten in München und Nordrhein-Westfalen seien damit verloren. Der Insolvenzverwalter werde nun seiner Pflicht nachkommen und alles veräußern, von den Werkshallen bis zu den Schreibtischen.
883 Millionen Forderungen
Die Erlöse kämen den Gläubigern zugute, die allerdings viel Geld verlören. Laut Insolvenzgutachten stünden einem geschätzten Vermögen von 310 Millionen Euro Verbindlichkeiten von 883 Millionen Euro gegenüber.
BenQ Mobile mit Standorten in Kamp-Lintfort, Bocholt und München war aus der defizitären Siemens-Handysparte hervorgegangen. Ende September 2006 beantragte das Unternehmen mit damals rund 3000 Beschäftigten Insolvenz, nachdem der taiwanesische Mutterkonzern nur ein Jahr nach der Übernahme die Zahlungen an die deutsche Tochter eingestellt hatte.
Nothilfe von Siemens
Trotz einer Siemens-Mitgift von gut 400 Millionen Euro und eigenen Investitionen von mehr als 800 Millionen Euro war es den Asiaten nicht gelungen, das verlustträchtige Handygeschäft in die schwarzen Zahlen zu führen.
Die frühere Konzernmutter Siemens war in der Öffentlichkeit nach der Pleite scharf kritisiert worden. Das Unternehmen richtete in der Folge einen Nothilfefonds für die Beschäftigten seiner einstigen Handy-Sparte ein und finanziert zum Großteil die beiden Transfergesellschaften, in denen die Mehrheit der ehemaligen BenQ-Mitarbeiter inzwischen angestellt ist.
Text: dpa
Bildmaterial: AP
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