002. Terroristin Leila Chaled,
als
1. Mai – Teilnehmerin 2001 in Zürich
ELAL Boeing 720
B in Zürich Kloten, 18. Februar 1969, abends
Am Dienstag, 18. Februar 1969 war eine Boeing 720 B der EL AL in Zürich-Kloten gerade am Einschwenken in die Piste 28, als von aussen 4 Terroristen die Maschine mit Infanteriewaffen unter Beschuss nahmen. Dem beherzten Einsatz von Flugkapitän, Tiger an Bord und Feuerwehr des Flughafens Kloten war es zu verdanken, dass die Katastrophe mit dem vollgetankten, vierstrahligen Flugzeug ausblieb. Die ganze Nacht suchten Polizei und Militär die Flughafenumgebung nach eventuell geflüchteten Terroristen ab, ich war damals als Uof in Kloten im Einsatz. Knapp 10 Monate später wurden die 3 überlebenden Terroristen vom Bezirksgericht Winterthur zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Verantwortung für den Anschlag übernahm die Gruppe von Georges Habasch.
Swissair-Kurs SR 330 nach TelAviv: Coronado CV 990 HB-ICD "Basel-Land" Absturz bei Würenlingen AG, Samstag, 21. Februar 1970
Ein in München aufgegebenes Postpaket brachte nach einer Explosion
(Barometer als Auslöser der Zündung beim Steigen des Flugzeuges Richtung
Gotthard) an Bord die ebenfalls vierstrahlige Coronado bei Würenlingen
um 1330h zum Absturz: Alle 38 Passagiere und 9 Be-satzungsmitglieder
kamen ums Leben. Die Verantwortung für den An-schlag übernahm
ebenfalls die Gruppe von Georges Habasch.
Swissair-Kurs SR 100 nach NewYork: DC-8-53 HB-IDD "Nidwalden", Entführung nach Zerqa,Samstag, 6. September 1970, 1314h
Nebst der Swissair DC-8-53 mit 143 Passagieren und 12 Besatzungs-mitgliedern
, einer BOAC VC 10 (eine Woche später) mit 105 und einer TWA Boeing
707 mit 155 Passagieren wird am gleichen Tag auch eine Panam B 747 entführt.
Letztere wird in Kairo gelandet, die Passagiere sofort per Notrutschen
hinausbefördert und der Jumbo gesprengt. Wegen seinem hohen Gewicht
wagten die Terroristen keine Landung auf dem Wüstenflugfeld Zerqa.
Ein Versuch den ELAL-Kurs 219 Amtersdam nach NewYork zu überfallen
scheiterte: der Tiger an Bord konnte die Terroristin Leila Chaled überwältigen
"ich bin mit der Revolution verlobt" und sie wurde verhaftet.
Nun waren also weit über 400 Geiseln in der Hand der Terroristen. Am
12. September 1970 wurde alle 3 Flugzeuge im damaligen Wert von Dutzenden
von Millionen gesprengt. Nach zähen Verhandlungen und der Freilassung
praktisch aller Terroristen in westlichen Gefängnissen (inkl. Leila
Chaled und unseren Winterthurer Gefangenen) werden die Geisseln nach
und nach freigelassen. Die letzten wurden erst nach Wochen nach einem
Umsturz in Jordanien durch die Truppen von König Hussein befreit, u.a.
auch der Swissair-Kapitän Schreiber. Ich war damals Mitarbeiter der
Direction de l'Aeroport Cointrin und wie alle in die sofort ab dem 6.
September neu installierten Sicherheitsmassnahmen involviert. Ebenso
war Cointrin der Ausgangsort des IKRK-Delegierten Rochat, der weitgehend
für die aus etwa 20 Nationen stammen Geisseln verhandelte. Die Verantwortung
für die Anschläge übernahm die Gruppe von Georges Habasch.
Und nun fragen Sie mich bitte noch, ob so einer Person überhaupt die Einreise in die Schweiz gewährt werden soll !
Ich finde es einfach unglaublich, dass eine Person des internationalen
Terrorismus (Gruppierung Georges Habasch, Verbindungen zu Arrafat, Carlos,
RAF, Brigade Rosse, Stasi usw.) in die Schweiz kommen soll. Eine Person,
an deren Händen Blut klebt ! Dies ist zumal auch schlecht für die
Sache der Palästinenser, da die Habasch-Gruppierung ultraradikal ist
und Arafat und seine Organisation (PLO) nur gerade knapp bis heute von
der Habasch-Gruppierung gewährt wurde, aber weit weg von einer Akzeptanz
!
Es heisst nun, sie hätte ein Visum (siehe unten) bekommen: kennt die
Schweiz den Begriff "unerwünschter Ausländer" im Sinne des
Landes-friedens nicht mehr? Wo bleibt die Pietät gegenüber Toten,
Verletzten, Geiseln der Terrorakte von Zürich, Würelingen, Zerqa,
Rom, Athen und München-Olympia? Aus diesem Grunde finde ich es absolut
notwendig, wenigstens mit Leserbriefen und Erzählung der damaligen
Geschehnisse die Leute aufzurütteln, wie vergesslich wir geworden sind.
Beim Holocaust wurde diese Vergesslichkeit teuer! Oder werden wir nächstens
Jahr die Terroristen von Luxor einladen?
Es bleibt aber nachzutragen:
... dass die Palästinenser ohne solche Aktionen noch keinen Schritt
weiter gekommen wären.
Aber das steht
wieder auf einem anderen Blatt !
Robert-Roger Martin
April 2001
Technisch überarbeitet: 16.11.2003
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